BLECH III
warum rost so eine grosse anziehungskraft für mich hat, kann ich gar nicht sagen. rost setzt sich nicht auf holz oder edelmetall – es hat den hang zu blech und eisen, zu altem zeugs. es haftet ihnen im vergehen an, setzt sich darauf wie schützend. es zaubert neue schichten hervor, vergrössert oft das volumen eines gegenstandes.
diese aus bombeneinschlägen hervorgehobenen dinge sind für mich besondere zeitzeugen – so einen pott kenne ich aus meinen kindertagen – eine solche kanne. sie sprechen bände, wenn ich ihnen zuhöre. so gebeutelt und verbeult sind es keine oberflächlichen geschichten. sie kommen ja auch aus der tiefe im doppelten sinne…
in dem ich sie fotografiere, werden sie für mich zu kunstgegenständen – zu einmaligen exemplaren. es gibt sie nicht zweimal, schon gar nicht dreimal. einzelstücke – schon deshalb haben sie ihren wert. die einmaligkeit macht sie besonders.
sie sind trägerinnen der vergangenheit. zwischen ihrem entstehen und meinem auffinden liegen viele, viele jahre, eingeschlossen die kriegszeit – sieben ganze jahre und frieden bis heute – so sieht es nach aussen aus…
das kleine blau und das ringsum weissgrau melierte, das weissgraurostige und das rostüberzogene – das sind lieder – melodien – poesie durch und durch – wohlgesagt für mich…
Ich mag diese rostigen Zeitzeugen und Überlebenskünstler auch sehr.
Es ist, als ob man Geschichte und Geschichten in diesen Dingen fast lebendig vor sich hat.
Toll, deine Bildersammlung!
Lieben Gruss zur Wochenmitte,
Brigitte
au die rostigkeiten, du motte, die sind
grandios und jedes teil trägt eine
geschichte in an und auf sich. die
rostästhetik mag ich auch so gern
und ich mag, wie du sie beschreibst,
nicht nur die visuelle anmutung sondern
dass du die lieder singst, die sie für dich
in sich haben.
großartige sammlung!
sylvia