IM SPIEGEL DER BÄCHE…

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Else Lasker-Schüler

Leise sagen –

Du nahmst dir alle Sterne
Ueber meinem Herzen.

Meine Gedanken kräuseln sich
Ich muß tanzen.

Immer tust du das, was mich aufschauen läßt,
Mein Leben zu müden.

Ich kann den Abend nicht mehr
Ueber die Hecken tragen.

Im Spiegel der Bäche
Finde ich mein Bild nicht mehr.

Dem Erzengel hast du
Die schwebenden Augen gestohlen.

Aber ich nasche vom Seim
Ihrer Bläue.

Mein Herz geht langsam unter
Ich weiß nicht wo –

Vielleicht in deiner Hand.
Ueberall greift sie an mein Gewebe.

 

DIE WEISE ALTE…

wird zur  FUNKELNDEN…       hier vor fünf jahren – 2011

sie hat sich ein weisses häubchen aufgesetzt. ihre augen schauen sorgenvoll. es weht ein kalter wind.
heute trennen wir uns von altem, um neues beginnen zu können. das setzt energie frei, und derer bedarf es, damit das neue gelingen kann. wir tanzen, um alles überflüssige abzuschütteln, schlagen die trommeln, drehen uns im kreis – im kreis, bis uns schwindelt, oben und unten durcheinander gerät. neuordnen, uns dem lebensrhythmus einquirlen. lebendig soll es werden und voller freude.
die weise alte wird begeistert sein, wenn sich etwas tut. die guten energien sind angezapft. nichts geht verloren. jede bemühung bringt uns einen schritt weiter, einen schritt hin zum immerwiedergeborenwerden – tag für tag. jede fantasie ist erlaubt, baut eine neue welt. aus der ALTEN DER ZEIT wird so die FUNKELNDE. sie begleitet uns auf unseren wegen. sie macht uns mut.
die weise alte hat sich in einem baum manifestiert. an unserem tanz will sie teilhaben. es juckt sie bis in den hals hinein, so gerne möchte sie mittanzen. doch hat sie diese erscheinung in einem baum selbst gewählt und muss froh sein, dass sie an diesem platz eine so gute sicht hat und alles verfolgen kann.
sie wird uns das jahr über begleiten und schaun, ob die entscheidungen, die wir getroffen haben, in die ordnung passen.
der weltenordnung ist sie verpflichtet, das sollten wir wissen und uns an ihr ein beispiel nehmen.

… und heute… 2016

URWALD_MEIN BAUM UND ANDERE_I_29.12sie hat sich verdoppelt. aus einem gesicht sind zwei geworden. siamesischer zwilling oder trennt sich die funkelnde von der weisen alten. sie scheinen mir sehr unterschiedlich. immer freue ich mich, wenn sie noch da ist – die weise alte in doppelgestalt…

AALIYAH die helle hübsche

fürs NEUE JAHR ein NEUES BUCH

AALIYAH die helle hübsche und andere urwaldwesen

nach dem buch DIE DUNKLE SCHÖNE nun DIE HELLE HÜBSCHE

die urwaldwesen locken meine gedanken heraus. sie sind zu meinen begleiterinnen geworden. ihre geschichten sind meine geschichten. ich bemühe mich, ihre sicht der dinge zu sehen, was bis zuende gedacht ja nicht stimmen kann. es kann nicht stimmen, weil ich kein baum bin, weil die gedanken, die ich mit ihnen tausche, ja absolut menschengeschichten, also meine geschichten sind. bei aller empathie gelingt mir das nicht, dabei komme ich ihnen sehr nahe – und immer wieder. sie sind mir gute bekannte geworden über die jahre.

zwischen der DUNKLEN SCHÖNEN und der HELLEN HÜBSCHEN liegen fünf jahre.

auch die HELLE HÜBSCHE begegnete mir vor fünf jahren. dass ich sie nun wiedergefunden habe, war eine große überraschung für mich, zumal die DUNKLE SCHÖNE nicht mehr als solche zu erkennen ist. das verfallsdatum ist sehr unterschiedlich. meine erfahrungen und beobachtungen kann ich daran messen – so ich will. und ich will…

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WENN BÄUME GEHEN…

URWALD
URWALF_GEFÄLLTER_P1600490URWALD_MEIN BAUM UND ANDERE_STRASSENBAUM GEFÄLLT_III_29.122
baumriesen – wieder einer und noch einer – der eine gefällt, der andere gestürzt. lange wird es dauern, bis sie ersetzt werden und die größe dieser beiden baumriesen erreichen.
ich springe aus meinem auto und will herausfinden, woran er gelitten hat – der, den man geköpft hat. mein laienauge kann keine großen schäden finden, die ein fällen erforderlich gemacht hätten. aber sicher reichen kleinere macken, wenn ein baum an der straße steht und menschenleben gefährden könnte. menschen, menschen, menschen – als wären sie wichtiger als bäume….

URWALD_GESTÜRZTER_P1600540 URWALD_MEIN BAUM UND ANDERE_1:3 BAUM IV_29.123der gestürzte ist ein teil eines drillings – herausgebrochen gibt er eine große wunde frei. zweidrittel stehen noch. ob die eine chance haben und sich gegen starke winde halten können… gestürzter stamm und die anderen zweidrittel sehen gesund aus – kräftige baumwesen, aber im inneren hat es gefault, hat sie auseinandergerissen. kraftvoll die noch aufrecht stehenden stämme, kraftvoll auch noch der liegende teil des baumes. bäume haben kraft im leben und im sterben.
URWALD_MEIN BAUM UND ANDERE_BLÄTTER_II_29.121 URWALD_SCHAUMGEFROREN_IX_P1600559der raureif zaubert kleine kunstgebilde. sie sind einzelerscheinungen und zeigen sich, wenn sonst nirgendwo sich raureif niedergelassen hat.
URWALD_MEIN BAUM UND ANDERE_VON HINTEN KOMMEND_V_29.124URWALD_MEIN BAUM_VI__29.125
an meinen baum komme ich nun von ganz anderer seite als sonst. er hat sich verändert. er hat einen knacks bekommen ist nach hinten weggesackt und am hinteren teil, also das, was früher mal oben war, sind teile herausgebrochen. wenn er dann ganz in sich zusammenbricht, ist er für mich immer noch MEIN BAUM.

WEIHNACHTSMORGENROT…

24. dezember 2013

MORGENROT_24.12.13_P1010274Weihnachten
Ich sehn‘ mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Autor: Hermann Hesse

BACHGEIST…

…mir begegnet im bergpark wilhelmshöhe
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alle geister sind wach
in diesen tagen
sie lauern den menschen auf
ohne dass diese sie sähen
wollen kontakten
ihnen berichten
aus ihrer welt

beispiel geben vielleicht
wie man  durch innere und äußere ruhe
und denkwürdige gelassenheit
frieden frieden frieden
vielleicht auch in die
tatsachenwelt  schaukeln
könnte

vielleicht

WINTERSONNENWENDE 2016

wintersonnenwende
text 2005 – nach 10 jahren noch aktuell

_AUE_NEBEL_P1600411setz dich einen moment zu mir – einen moment, wo das unfassbare geschieht, dass das vorläufige rückläufig wird. da hält selbst das alte jahr den atem an. wir horchen und sinnen, was das bedeuten könnte und was es uns sagen will. auch das neue jahr stürzt sich nicht gleich ins rennen. ebenso wie das alte verhockt es sich und bleibt ganz still und leise. kein wind weht, nichts regt sich draussen. wenn wir diesen atem aufnehmen, den grossen atem der natur, könnte uns zufallen, wonach wir suchen. in das dunkel fällt licht – die geburt des lichtes verheisst uns neue energie.
bedenke, was du mit dieser energie verändern möchtest, denn wie das alte jahr hinter uns bleibt, sollten auch unsere alten vorstellungen vertrieben werden, damit neues platz hat. doch halt noch einen moment inne – in dieser nacht musst du schweigen. da reden die tiere. streng dich an, damit du verstehst, was sie sagen. und sie haben dir viel zu sagen, die tiere.
die tür zur anderswelt ist weit geöffnet. sprich mit deinen anderswesen. wundere dich nicht, dass sie so heiter sind. schwing dich mit ihnen auf den grossen bogen, reite mit über grenzen, die heute keine sind. gib ihnen speise und trank und feiere mit ihnen das grosse fest des allumfassenden.
in den 12 rauhnächten wendet sich das unterste nach oben und das oberste sinkt. ein mischen und mengen tut gut, damit etwas ganz neues werden kann. schaffe platz dafür. schau die bäume – sie schmücken sich und zeigen sich in schönster pracht. doch dann werfen sie all ihre blätter ab. die sinken tief in die erde und werden zu staub. in der dunklen zeit und in grösster stille tragen sie nicht trauer. eifrig bereiten sie das neue wachsen vor, lassen es knospen unter den blättern, mitten im winter. hoffnungsträger.
halte dich ruhig und still und verzweifle nicht. der weg, den du nicht sehen kannst, liegt längst vor dir. du musst ihn nur gehen.

ZIGEUNERN…

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bei einer zigeunerin hatte ich einst ein tuch erworben, das mich unsichtbar macht. ich habe ihr dafür ein viertel meiner unsterblichen seele verkauft. dreiviertel unsterblichkeit genügt mir. ich weiss nicht, wie die allmacht es verrechnen wird. hoffentlich darf ich drüben ein viertel weniger leiden. auf erden ist eine ganze seele unerträglich. ich war glücklich, wenigstens ein viertel loszwerden und mich ungesehen durch die welt bewegen zu fürfen. auf diese weise erfahre ich die wahre gesinnung meiner freunde. früher oder später komme ich darauf, dass der eine oder andere alles andere als ein freund ist. aber wenn man nur dreiviertel seele hat, tut es doch ein viertel weniger weh.
rose ausländer
  –  aus 
visum